Deutsche Dienststelle

für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen
von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht

Herrn
Franz Messer
Polizeipräsident a. D.
Lokstedter Damm 25 A
22453 Hamburg

Anschrift:
Eichborndamm 179
10403 Berlin

Amtsleiter

Fernruf: (030) 41904 -115
Fax: (030) 41904-118
e-mail: wast@com-de.com
Oz.: AL/Sar

Berlin, den 08. Oktober 2007

Sehr geehrter Herr Masser,


für Ihre aufopferungsvolle, ehrenamtliche Tätigkeit in der Republik Belarus möchte ich mich heute auf diesem Wege bedanken.
Durch Ihre Mühe konnte Herr Botschafter Skworzow am 23. September 2003 in der Vertretung des Landes Sachsen--Anhalt der deutschen Seite Unterlagen übergeben, die zu etwa 15.000 Schicksalsklärungen verstorbener deutscher Kriegsgefangener beigetragen haben.
Am 19. Juni 2007 konnte Herr Botschafter Skworzow nochmals viele Unterlagen übergeben.
Durch Ihre jetzt schon 10jährige Vorortarbeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meiner Dienststelle wurden große Erfolge erzielt.

So haben Sie etwa 3.500 Lokalisierungshinweise zu grundsätzlich oberirdisch nicht mehr erkennbaren deutschen Soldatenfriedhöfen ermittelt und ca, 350 Grablagen
kartographiert. Außerdem konnten Sie zunehmend, ebenfalls oberirdisch, nicht mehr erkennbare Feldgrablagen von Partisanen getöteter sowie seit der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte vermisster Wehrmachtsangehöriger ermitteln, mit Grablageortskizzen dokumentieren und meiner Dienststelle zuleiten.

In Zusammenarbeit mit Ihrem Freund und Kollegen Prof. Dr. Scharkow, Oberst der Polizei, und Frau Dipl.-Ing, Olga Shapovalova sowie den zuständigen belorussischen Behörden war es möglich, ca. 525 Lokalisierungshinweise zu den bis dahin in Deutschland weitgehend unbekannten Kriegsgefangenen- und Zwangsdeportiertenfriedhöfen zu erarbeiten sowie mit 137 Grablageortskizzen bzw. Belegungsplänen zu dokumentieren.

Diese gemeinsame, völkerverbindende, humanitäre Tätigkeit bringt uns wieder dem Ziel näher, eine große Anzahl der heute bei mir noch vorliegenden über 1 Millionen Vermisstenfälle des Il. Weltkrieges, der Schicksalsklärung zuzuführen.

Ich möchte mich nochmals, besonders auch im Namen der überlebenden Angehörigen, für Ihr beispielgebendes Engagement bedanken und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Arbeit.

Lassen Sie mich mit einem Zitat enden.

Dr. Wolfgang Schäuble, unser heutiger Innenminister, sagte am 23. September 2003 bezüglich Ihrer Erfolge: „Oft können Privatleute erreichen, was dem Staat nicht gelingt."


Mit freundlichen Grüßen
Ihr

(Unterschrift)
Urs Veit

Brief Deutsche Dienststelle (WASt)